Kinderspielzeug oft chemisch belastet

Stiftung Warentest hat Spielzeug aus Holz und Kunststoff, sowie Babypuppen und Plüschtiere auf Sicherheitsmängel und Schadstoffe getestet. Von den insgesamt 50 getesteten Spielsachen waren 42 mit Schadstoffen belastet. Ganz besonders enttäuscht haben dabei Spielsachen aus dem Naturmaterial Holz: Keines der getesteten Holzspielzeuge war frei von Schadstoffen. Gefunden wurden zum Teil hochgiftige, krebserregende Substanzen. Verhältnismäßig gut schnitten hingegen getestete Plastikspielzeuge ab. Im Gegensatz zu den Holzspielzeugen waren immerhin 6 von 10 Plastik-Spielsachen frei von Schadstoffen.Stiftung Warentest appelliert an die Herstellerbranche, mehr Verantwortung zu tragen und durch genauere Vorgaben an Lieferanten und verstärkte Kontrollen ihren Beitrag zur Sicherheit von Kindespielzeug zu leisten.

Aufgrund der lückenhaften Gesetzeslage sei es Herstellern möglich, derart belastete Spielwaren auf den Markt zu bringen. Zur Zeit geltende Regelungen für Grenzwerte von schadstoffbelasteten Produkten orientierten sich nicht am empfindlichen Organismus eines Kindes. Auch die Spielzeugrichtlinie, die EU-weit die rechtlichen Anforderungen an die Spielzeugsicherheit regelt, sei unzureichend. Insbesondere bezieht sich Stiftung Warentest hierbei auf den völlig unzureichenden Schutz vor polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), deren gesundheitsschädigende Wirkungen  auf den menschlichen Organismus teilweise noch unbekannt sind.

Bereits im Sommer diesen Jahres wiesen Sachverständige im Rahmen eines auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und der Linksfraktion durchgeführten öffentlichen Hearings darauf hin, dass es bei diesen Stoffen keine sicheren Grenzwerte gäbe. Aus diesem Grunde sei es notwendig, die Freisetzung dieser Substanzen soweit es gehe zu reduzieren.

Die EU-Richtlinie dagegen will laut Stiftung Warentest ab 2013 bis zu 1000 Milligramm PAK pro Kilogramm Spielzeug erlauben und selbst für das nachweislich krebserregende Benzpyren einen Wert von 100 Milligramm zulassen.