Kräutergarten

Kräuter gibt es seit ewigen Zeiten. In freier Natur dienten sie Mensch und Tier als Nahrungs- und Heilquelle. Und so ist es heute wieder. Instinktiv wissen Tiere welche Kräuter sie gegen Übelkeit nehmen müssen. Hunde fressen dann gerne Gras oder Sauerampfer.

Auch die Menschen verwendeten früher, vermutlich trotz Unkenntnis ihrer Wirkweise, Kräuter nicht nur zur Nahrungsergänzung, sondern instinktiv die richtigen Kräuter für ihre derzeitigen körperlichen Beschwerden oder Wunden. Es wurde noch nicht zwischen Küchen- und Heilkräuter unterschieden. Vermutlich wurde die Heilkraft irgendwann durch ausprobieren entdeckt.

Kräuter wurden in ganz früheren Zeiten als Arznei entdeckt. Ob Hippokrates  (460- 375 v. Chr.) oder sehr viel später Paracelsus (1493- 1541). Sie entdecken Kräuter- und Heilpflanzen zur Verwendung für die Gesundheit. Herumreisende Mönche brachten von ihren Reisen neue Pflanzen mit. Sie wurden in den Klostergärten kultiviert. Klosterkräutergärten sind bekannt für ihre Vielfalt.

Ebenso liefern diese Kräuter Basis für Heilmittel oder Liköre und Weine, die von den Mönchen oder Nonnen selbst hergestellt wurden und noch werden. Übrigens war Paracelsus der Meinung man solle nur die landeseigenen Kräuter nutzen. Die Vielfalt sei hier ausreichend.

Hildegard von Bingen hat mit dazu beigetragen, dass die Kräuter in der Heilkunde publik gemacht wurden. Seinerzeit wurde sie von einigen belächelt. Aber ihre schriftlichen Werke und Erfolge klärten viele Menschen auf.

Was sind Kräuter

Laut Kräuterkunde bestehen Kräuter nur aus Stängel und Blätter. Keine verholzten Äste. Ausnahme bilden hierbei Rosmarin, Lavendel und Salbei. Laut Botaniker eigentlich kein Kraut, da sie verholzte Äste haben. Aber sie dienen den Menschen auch als Kräuter. Kräuter werden in der Arznei und Küche eingesetzt. Sie können frisch oder getrocknet verwendet werden oder als Schädlingsbekämpfer (Lavendel im Säckchen gegen Gerüche und zur Mottenabwehr) dienen oder zu Duftöl verarbeitet.

Hinweis

Einige Kräuter kann man noch im Wald oder auf Wiesen finden. So z.B. die Kamille, Johanniskraut oder Sauerampfer. Aber Vorsicht! Hier muss man sich gut auskennen. Giftige und ungiftige Pflanzen können sich zum Verwechseln ähnlich sehen. So der Bärlauch und das Maiglöckchen. Und auch die richtige Verwendung und Dosierung muss beachtet werden, denn bei einigen Pflanzen können schon leichte Überdosierungen zu Vergiftungen führen.

Hier einige Regeln beim Kräuter Sammeln in freier Natur:

  • Bitte die Bestimmungen des Naturschutzes einhalten! Waldmeister, als Beispiel, steht unter Naturschutz/Artenschutz.
  • Einen Teil der Pflanzen stehen lassen, dass diese wieder nachwachsen können.
  • Nur Ihnen bekannte Kräuter sammeln, der Gesundheit zuliebe.
  • Kräuter nicht in Plastiktüten, sondern in Körbe sammeln. Sie werden sonst feucht und fallen zusammen.
  • Entweder frisch gebrauchen oder an einem luftigen, trockenen Ort zum Trocknen auslegen. Sie können bei kühler und trockener Aufbewahrung etwa 1 Jahr verwendet werden.

Leider verschwinden natürliche Lebensbedingungen für Kräuter, da immer mehr Pestizide eingesetzt werden oder der Wald dem Erdboden gleich gemacht wird. Monokulturen geben ihr Übriges dazu.. Zudem gibt es einige Menschen die Kräuter nur als Unkraut ansehen und vernichten diese.

Mittlerweile werden Kräuter im eigenen Garten, Terrasse, Balkon oder auf der Küchenbank gepflanzt, gezüchtet oder gesät. Schmackhafte Gerichte mit Kräutern erfreuen sich großer Beliebtheit.

Auch in Seniorenheimen wird gerne ein Kräutergarten gestaltet. Hochbeete, an der Seite mit Handlauf, sorgen dafür das die Senioren an die Pflanzen kommen können um sie zu riechen,hören, schmecken, fühlen und tasten. Die fünf Sinne werden angeregt und das Wohlbefinden verbessert. Sehr erfreulich auch für Sehbehinderte. In Kindergärten sind Kräutergärten auch immer häufiger zu finden. Kinder kennen Pflanzen meistens nur als Zimmerpflanze. Hier lernen sie Kräuter von Beginn bis zur Ernte zu erleben und Verantwortung zu übernehmen.