Kompost – kompostieren nachhaltig Teil 2

Der richtige Platz für die Kompostbehälter

Ein schattiger, nicht zu feuchter Platz ist die richtige Wahl. Direkter Bodenkontakt- nicht auf Pflastersteinen – sollte sein, denn so können die Kleinstiere in den Behälter kriechen und ihre Arbeit beginnen. Ein am Boden angebrachter Draht verhindert das Eindringen von Nagern. Sie sollten aus rechtlichen Gründen sicherheitshalber den Nachbarn fragen. Einige stören sich an den Geruch oder meinen das es am Kompost zu viele Insekten gibt. Starke Allergiker haben Schwierigkeiten mit der Sporen- und Schimmelbildung.

Die unterschiedlichen Komposter und deren Aufbau

Es gibt Komposter aus Drahtgeflecht oder aus Holzlatten. Ebenso gibt es Schnellkomposter und Thermokomposter. Hier wird viel Hitze ( fast 80° C ) erzeugt weil der Komposter fast luftdicht ist und dadurch ist der Kompost schneller – nach schon etwa 4 Monaten als Mulchkompost – verwertbar. Die Böden sind auch hier offen.

Im Lattenkomposter dagegen sind es etwa 40°C. Bei Lattenkompostern werden die Holzlatten mit kleinen Abständen übereinander gelegt. So wird ausreichend Luft zugeführt. Es muss ausreichend Platz für mindestens 2 Komposter sein. Besser noch 3, wegen des Umschichtens. Pro Kiste etwa 1 Kubikmeter.

Manche legen eine sogenannte Kompostmiete an. Hier wird der Kompost einfach lose auf den Boden geschichtet. So kann besser daran gearbeitet werden, benötigt allerdings mehr Platz. Wegen der nötigen Belüftung sind ausreichend große Öffnungen bei allen Kompostbehältern wichtig. Eine Biotonne ist ungeeignet, da sie luftdicht ist.

Worauf kommt es beim richtigen Kompostieren an?

  • Darauf achten das der Kompost nicht zu feucht oder trocken ist. Sollte er feucht sein, kann trockenes Material wie Reisig, kleingehechsltes Holz, Stroh oder Gesteinsmehl dazwischen platziert werden. Wenn er zu trocken ist, einfach etwas gießen.
  • Regelmäßiges Umschichten. Hierbei wird der Kompost belüftet und das Material gleichmäßig zur Reife gebracht.
  • Der Bio- Müll wird in Schichten aufgelegt. Dünnes Reisig, nur etwas Laub da es langsamer verrottet, nährstoffarm ist und verklumpt. Gartenabfälle, Mist, Küchenabfall, Hornmehl und Gesteinsmehl und auch alte Gartenerde.
  • Am Boden beginnt man am Besten mit groben Materialien wie Äste oder Stängel. Nicht zu viel Obst, da sonst die Gefahr der Fäulnisbildung zu groß ist. Von allen Materialien nie zu viel der gleichen Sorte gleichzeitig. Die Vielfalt ist entscheidend.
  • Immer wieder die Temperatur überprüfen oder nach schauen ob der Kompost zu feucht ist. Nehmen Sie eine Handvoll und wenn er sich wie ein halb feuchter Schwamm anfühlt ist er genau richtig.
  • Wichtig ist auch, dass der Kompost mindestens zweimal im Jahr umgesetzt wird. Deshalb ist es sinnvoll mindestens zwei Komposter zu haben. Es wird in den Einen umgesetzt und der Andere wird wieder aufgefüllt. So kommen die unteren Schichten nach oben und umgekehrt. Ein Dritter wäre gut, da Sie diesen als den benutzen können, der mit frischem Bio-Müll befüllt wird.
  • Bitte nicht den Haufen platt drücken um mehr Platz zu bekommen. Damit geht die Luft raus und Fäulnisbildung ist durch vermehrte Feuchtigkeit vorprogrammiert.

Nach etwa 12 Monaten ist die erste Reife erreicht. Der sogenannte Mulchkompost. Er enthält noch mehr wertvolle Mineralien als Humus. Auf den Boden, neben den Pflanzen, aufgebracht, findet die endgültige Verrottung statt. Gut bei stark verdichtetem Boden. Da die Würmer noch aktiv sind, findet die Verkrümmelung der direkt auf den Boden statt und lockert so den Boden auf.

Kressetest

Guter Humus bildet sich nach 2 Jahren. Wenn die Erde nach Wald riecht ist sie gut. Machen Sie den Kressetest. Nehmen Sie etwas von dem Humus und füllen etwas davon in einen flachen Behälter. Bringen Sie Kressesamen darauf, platt drücken und ein paar Tage stehen lassen. Treiben nach einigen Tagen Keime aus und sind nach einer Woche noch grün, ist der Humus fertig. Sind sie gelb, stimmt etwas mit dem Humus nicht.

Fertig

Gut ist es, den Kompost vor der Nutzung zu sieben. Hierbei werden Schnecken und andere Schädlinge ausgefiltert. Sind noch Regenwürmer im Humus sollte er nicht in Berührung mit Jungpflanzen kommen, da er wachstumshemmende Substanzen enthält. Wird der Humus auf den Boden gebracht kommt er in den natürlichen Kreislauf der Natur. Fressen und gefressen werden. Gut für die Vögel.

Ein- bis zweimal pro Jahr wird eine dünne Schicht aufgetragen und unter leicht die Erde gemischt. Geeignet auch für Zimmerpflanzen. Ein Teil Humus und drei Teile Blumenerde.

Viel Erfolg

Tipps und weitere Anregungen nehmen wir gerne entgegen.