Passivhäuser

Was ist ein Passivhaus?

Mit Passivhaus ist nicht die Bauweise, sondern der Standard eines Hauses gemeint. Passivhäuser unterscheiden sich äußerlich nicht von den konventionellen Häusern. Sie können massiv aus Holz oder ein Fertighaus sein. Auch schon bestehende Gebäude können dementsprechend umgebaut werden.

Wenn Reparaturarbeiten anstehen, bietet es sich an z.B. gleich ein Fenster zu nehmen das sich hierfür eignet. Oder auch einzelne Passivhaus-Komponente. Eine komplette Sanierung ist unökonomisch und möglicherweise auch nicht unbedingt umweltfreundlich. Wichtig ist es zu überprüfen was auf Ihrem Grundstück machbar ist. Ist es wirtschaftlich hier ein Passivhaus zu errichten? Oder gibt es hier zu viel Schatten? Stehen die Nachbarhäuser so dicht, dass die einfallende Sonne nicht das Erdgeschoss erreicht?

Energieverbrauch- bedarf

Ein Passivhaus zeichnet sich durch niedrigen Energiebedarf aus. Es benötigt Für die Beheizung pro Jahr, bei normaler Nutzung, etwa 15 kWh. Das entspricht ca. 1,5 l Öl oder 1,5 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche. So wird in Wohngebäuden 90 % Energie bei durchschnittlichen Verbrauch eingespart. Der gesamte Primärenergiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche darf 120 kWh für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom nicht überschreiten. Das ist die Grundlage um den verbleibenden Energiebedarf komplett durch erneuerbare Energien zu decken.

Ein Passivhaus ist eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses (NEH ). Dem gegenüber spart man 80% Energie. Wärmeverluste werden vermieden und Wärmegewinne optimiert. Dieses sind die Bedingungen um ein Passivhaus auch als solches zu deklarieren. Besser ist es das Haus zertifizieren zu lassen. Durch diese Überprüfung sind Sie auf der sicheren Seite. Da der Begriff Passivhaus nicht geschützt ist, ist es wichtig zu kontrollieren, ob es sich wirklich um ein Passivhaus handelt.

Entwickler des Passivhauses

Wolfgang Feist ist der Entwickler dieser Revolution. Er erbaute das erste Passivhaus der Welt! Er lebt seit 20 Jahren in seinem selbst errichteten Passivhaus. Seine Erfahrungen liefern zusätzlich das Wissen über das Leben und Erleben in einem Passivhaus. Durch seine Erfahrungen konnte er genau begründen wie die Wechselwirkung des menschlichen Verhaltens mit den Gebäuden ist. Gemeint ist z.B. wie das Heizverhalten der Menschen am Tage oder in der Nacht ist. Oder auch einfach nur das Lüften der Räume durch geöffnete Fenster. Es hat sich herausgestellt, dass es keinen Einfluss auf die Wirkweise des Hauses hat. Trotz dieser Erfolge forscht er weiterhin auf diesem Gebiet um eventuelle Verbesserungen zu bekommen. Kaum vorstellbar, da das Passivhaus als technisch ausgereift scheint. Vielleicht bastelt er daran diese Häuser preiswerter zu gestalten? Denn auf dem Markt ist das Passivhaus noch nicht als „Standardausrüstung“ zu erhalten.

Raumklima

Passivhäuser bieten hohen Wohnkomfort bei niedrigen Energiebedarf. Hier wird ohne aktives Heizungs- und Klimatisierungssystem für ein angenehmes Raumklima gesorgt. Dreifach verglaste Fenster ( damit die Räume durch die Sonneneinwirkung nicht überhitzt werden ), sonnen zugewandte Ausrichtung – und zwar vorrangig!! – und die kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage zeichnen sich hier aus. Im Sommer angenehm kühl und im Winter angenehme Wärme. Unkontrollierter Wärmeverlust wird verhindert, weil Passivhäuser luftdicht/ gedämmt erbaut werden. Gedämmt wird hier mit Naturmaterialien wie Mineralwolle, Kork oder Zelluloseflocken. Mit Solarkollektoren oder Wärmepumpen wird das Brauchwasser erwärmt.

Wie funkioniert das Passivhaus?

Eine ausgeklügelte Lüftungsanlage sorgt für Frischluft, indem die Raumluft und Frischluft gegeneinander ausgetauscht werden. Die hereinströmende Luft wird durch die Abluft vorgewärmt. Und zwar wird die warme verbrauchte Innenluft, mittels einer Wärmepumpe, durch ein schmaleres Rohr nach außen geleitet, wobei die hereinströmende Außenluft in dem etwas größerem Außenrohr durch die ausströmende Innenluft vorgewärmt wird. Hierbei geht fast keine Wärme verloren.

Auch bei alltäglichen Verrichtungen, wie Kochen, duschen oder auch der Nutzung von elektrischen Geräten entsteht Wärme die genutzt werden kann. Die einfallenden Lichtstrahlen der Sonne treffen auf die Möbel, oder andere Gegenstände, und werden in Wärme umgewandelt. So auch im Winter. An zwei Stellen des Hauses werden Wärmeaustauscher angebracht so das eine gute Luftverteilung möglich ist, ohne Zugluft zu erzeugen. Verhindert Schimmelbildung in den Räumen.

Die Energie für Warmwasser und das Nachheizen für die kalten Tage – sofern erforderlich – wird von regenerativen Quellen wie Solarthermen oder Wärmepumpen erzeugt. Die Be – und Entlüftungsanlage reduziert den Feinstaubanteil, im Gegensatz zu einem herkömmlichen Wohnhaus, um etwa 80 Prozent. In regelmäßigen Abständen wird die Luft ausgetauscht. Durch die Luftdichtigkeit der Passivhäuser gibt es keine Zugluft. Kalte Wände sind Vergangenheit.
Bekommt man öffentliche Zuschüsse?

Da ein Passivhaus ökonomisch und ökologisch hoch einzustufen ist, gibt es in den meisten Fällen öffentliche Zuschüsse. Ein Fachmann sollte unbedingt hinzugezogen werden, da bei der Errichtung eines Passivhauses an viele Details gedacht werden muss.