Lehm

Lehm wird seit Jahrtausenden in allen bekannten Kulturen als Baustoff für Wohnbauten verwendet. In vielen trockenen Regionen der Erde,  in denen ausreichender Baumbewuchs zur Gewinnung von Bauholz fehlte, war Lehm für lange Zeit wichtiges Baumaterial für die Errichtung von Gebäuden.  Heute kennt man einige traditionelle Bautechniken für die Errichtung von Mauern und Gewölben aus Lehm, die ohne tragende Holzkonstruktionen und Verschalungen auskommen und deren Entwicklungsgeschichte  vermutlich dort ihren Ursprung hat.

Die Eigenschaften des Lehm begünstigten seine vielfältige Verwendung und die Entwicklung moderner Lehmbautechniken bis in die heutigen Tage.

Umweltbewußtsein und naturbezogene ästhetische Aspekte spielen beim Bauen mit Lehm oft eine große Rolle. Wenn es um die Gestaltung eines behaglichen Wohnumfeldes geht, ist Lehm sicher ein Baustoffer erster Wahl. Denn Lehm ist umweltverträglich und ganz anders als bei vielen anderen Baustoffen, braucht man den Hautkontakt mit Lehm beim Verarbeiten nicht zu meiden.

Im günstigsten Fall fällt Lehm auf der Baustelle beim Aushub des Fundamentes an oder kann aus einer nahegelegenen Sandgrube oder Ziegelei bezogen werden. So entstehen keine bis geringe Transportkosten.

Vor der Verwendung muss Lehm aus natürlichen Lagerstätten auf bestimmte Eigenschaften geprüft werden. Mit einer ersten Handprobe erkennt man, ob der Lehm zu fett oder zu mager ist. Enthält Lehm sehr viel Ton, haftet er an den Händen und muss mit Sand gemagert werden. Zu magerer Lehm lässt sich nicht formen und fällt auseinander. Für wichtige Bauvorhaben sollte das Bindevermögen mit Labortests genau untersucht werden. Auch das Schwundverhalten beim Trocknen und die Biegefestigkeit lassen sich so exakt ermitteln.

Beim Verbauen muss auch daran gedacht werden, dass Lehm sehr empfindlich auf Dauerfeuchtigkeit reagiert. Feuchter Lehm besitzt geringere Festigkeit. Aufsteigende Feuchtigkeit ist deshalb unter allen Umständen zu vermeiden. Hochverdichteter, luftgetrockneter Lehm besitzt zwar kurzzeitig eine bessere Feuchteresistenz, allerdings nimmt Lehm sehr rasch Feuchtigkeit auf und quillt dabei. Auf der Aussenseite muss Lehm deshalb durch Dachüberstände oder Verschalungen aus anderem Material gegen Regenwasser geschützt werden.

Heute wird Lehm am häufigsten in Form von Lehmbauplatten oder Lehmziegel, als Stampflehm oder als Lehmputz verwendet.

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